Alle guten Dinge sind drei – Der große Kissin‘ Dynamite Tourbericht

Hallo Rocker!

Drei Städte, drei Shows, drei Mal Kissin’ Dynamite und John Diva & The Rockets of Love! Berlin, Leipzig und Stuttgart sollten es für mich werden und ich habe nun einen Tourbericht inkl. Fotos aus den verschiedenen Venues mitgebracht.

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Berlin – 20. März 2019

Die letzte Chance

Das BiNuu befindet sich direkt an der U-Bahn Station Schlesisches Tor in einer sehr zwielichtigen Gegend Berlins. Dass das Publikum der Hauptstadt nicht immer das enthusiastischste und auch verdammt schwer zu überzeugen ist, dürfte inzwischen jedem bekannt sein. Seit elf Jahren versuchen meine Lieblingsschwaben die Berliner Herzen zu erobern – an diesem Mittwoch sollte es soweit sein!

An der Location angekommen, zerschoss es erstmal meine SD-Karte meiner Spiegelreflex-Kamera. Kurzerhand machte ich Kehrt und klapperte jeden Späti in der Gegend ab und suchte nach einer Speicherkarte. Keiner dieser sonst best ausgestatteten Läden, hatten eine. Ich wette wäre ich auf der Suche nach illegalen Substanzen jeglicher Art gewesen, wäre ich in der Gegend fündiger geworden. Ich winkte also ein Taxi her, stieg ein und ließ mich zum nächsten Rossmann fahren, ich hatte inzwischen nur noch 15 Minuten Zeit. SD-Karte gefunden, gekauft, eingesetzt. Funktioniert! Der nette Taxifahrer, den mich lustigerweise schon öfter in Berlin rumkutschiert hatte, wartete vor dem Laden und düste schnell zurück. Überraschenderweise schaffte ich es also pünktlich zu John Diva & The Rockets of Love (Konzertbericht dazu findet Ihr HIER) und quetschte mich vor, um einige Bilder zu schießen.

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Die Jungs heizten ein und machten definitiv Lust auf mehr – Sin City Berlin hatte angebissen und freuten sich auf mehr! Während des Umbaus tanzte das Publikum (mir inklusive!) zu Journeys legendärem „Don’t Stop Believin’“ und die Vorfreude auf Kissin’ Dynamite stieg ins unermessliche.

Dann, endlich… „I’ve Got The Fire“ ertönte und die Show begann! Dieser winzige Schuppen platzte aus allen Nähten und Hannes verkündete sichtlich stolz die beiden Worte: SOLD OUT! Das war zwar auf der aktuellen „Europe in Ecstasy“ Tour nichts außergewöhnliches, für Berlin aber eben schon.

Die Meute war textsicher und das hielt auch bei „Somebody’s Gotta Do It“ und dem anschließenden „Money, Sex and Power“ an! Währenddessen schlich ich mich natürlich durch die vorderen Reihen und fotografierte fleißig die fünf Jungs. Doch spätestens bei „Love Me, Hate Me“ konnte ich nicht anders und musste einfach tanzen! Aber hey – three Songs, no flash sind eigentlich auch genug, oder?! 😉 Im Anschluss wurde einer meiner Lieblingssongs gespielt – „She Came, She Saw“! Geiler Text, geiler Groove, macht einfach Spaß! „DNA“ und „Sex Is War“ gab es direkt im Anschluss, sodass dem Publikum – und der Band – keine Zeit zum Verschnaufen blieb. Doch dafür war auch keiner hier! Wer bei der Show im Huxley’s letzten Sommer den Song „Ecstasy“ vermisst hatte, wurde heute entlohnt! Mit von der Partie war nämlich auch Anna Brunner von Exit Eden, die bereits auf dem neusten Album von Kissin’ Dynamite dem Titelsong noch mehr Power verlieh. Ihre raue Whiskey-Stimme und das sexy Outfit hoben die Show nochmals auf ein höheres Level und zu „Sleaze Deluxe“ blieb sie auch direkt mit auf der Bühne. Sie und Hannes strahlten um die Wette und man konnte sie nur direkt ins Herz schließen – Rock’n’Roll und gleichzeitig so süß zu sein ist wirklich eine Kunst, die Anna perfekt beherrscht! 

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Nach „Breaking The Silence“ wird es doch tatsächlich ruhiger – ein Piano wurde auf die Bühne gerollt und „Heart Of Stone“ zum Besten gegeben. Gänsehaut pur! Ruhig blieb es aber wirklich nicht lange, denn mit „Waging War“ brachten Kissin’ Dynamite den wahren Rock’n’Roll zurück auf die Bühne – definitiv einer meiner Favoriten auf dem neuen Album! Bei „Steel Of Swabia“ schwang Hannes inzwischen keine „Schwobaländle“ Flagge mehr, sondern tauschte diese gegen eine eigene KD-Fahne aus. Zurück in die Zeit versetzt fühlte ich mich mit dem nächsten Song: „Six Feet Under“. Die fünf Jungs habe ich nämlich damals vor sieben Jahren (oh Gott, ist das lange her!) beim Musikvideo-Dreh von ebendiesem Lied kennengelernt. Man waren wir noch jung! Wer sich das ganze Mal anschauen will, klickt HIER. 😉 Was durfte bei einem Haufen dankbarer „Sklaven“ nicht fehlen?! Richtig, ein KÖNIG. Mit Zepter, rotem Umhang, Thron und eigenem Narr machte sich Hannes also an „I Will Be King“ und beendete damit die großartige Show. Also fast! Es gab natürlich noch eine – oder bessergesagt drei – Zugaben! „Still Around“, „You’re Not Alone“ und „Flying Colors“ durften nicht fehlen! Zum letzten Song kam auch Anna nochmals auf die Bühne – wir Schwaben sind ja sparsam und die Investition in so einen tollen special Guest soll sich selbstverständlich auch lohnen… 😉

Danach war dieser zauberhafte Abend auch leider schon wieder vorbei und ich machte mich auf den Heimweg – ich musste schließlich auch früh ins Büro am nächsten Tag. Nach einer geilen Show am Mittwochabend ging ich glücklich ins Bett, wohlwissend, dass die nächste Show nur zwei Tage entfernt sein würde.

Leipzig – 22. März 2019

They’ve Got The Fire – im wahrsten Sinne des Wortes

Freitag. Ich arbeitete aus dem Home Office. Direkt im Anschluss schnappte ich mir meinen Koffer und lief zum Bahnhof. Auf nach Leipzig! Es war ein herrlich sonniger Tag und ich freute mich bereits auf eine heiße Portion Rock’n’Roll! Wie heiß es werden sollte, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht.

Nach der Ankunft im Hotel blieb gar nicht mehr allzu viel Zeit übrig bis zur Show, und da die öffentlichen Verkehrsmittel nicht so der Renner sind in Leipzig, stieg ich in ein Taxi und machte mich auf dem Weg ins Hellraiser. Dort angekommen ging ich zur Abendkasse, wo ich logischerweise auf der Presseliste stand. Der reizende Mann an der Kasse sah mich an bevor ich auch nur ein Wort rausbrachte und sagte nur: „Lass mich raten. Gästeliste der Band.“. Ich war in dem Moment etwas perplex – was nahm er sich denn bitte raus? Offensichtlich scheinen in seiner Welt keine Frauen zu existieren, die nicht als Bandanhängsel, sondern „beruflich“ auf Konzerten unterwegs sind. Ich klärte ihn auf, dass ich aus journalistischen Gründen auf der Liste stehen würde, wobei er mir kommentarlos den Fotopass aushändigte und mir einen Stempel auf die Hand drückte. Weshalb das nicht nur total respektlos, sondern auch verantwortungslos ist, klären wir später.

John Diva legten eine grandiose Show hin. Ich kann es nicht oft genug sagen, es macht einfach Spaß, diese Band performen zu sehen. Weil sie anders sind und genau das auch feiern! Den Bericht und Fotos findet Ihr HIER.

Die Location war cool und ich konnte mir vorstellen, dass hier sicher einige wilden Konzerte und Partys stattfinden. Lediglich die Getränkepreise waren – zumindest für die Longdrinks – völlig überzogen.   

Nach der Show der kalifornischen Männer, stand ich im Fotograben und wunderte mich noch, weshalb ich hier die einzige war. Zuvor standen schließlich noch einige Fotografen bei John Diva & The Rockets of Love mit mir vor der Bühne. „I’ve Got The Fire“ startete und der Vorhang fiel. Ich war immer noch allein. Plötzlich sah ich nur Niklas, der offizielle Tourfotograf- und Videograf von Kissin’ Dynamite, wie er mich zu sich winkte, obwohl ich gerade schon am fotografieren war. Ich ging also fix rüber und in dem Moment passierte es: Die Pyrotechnik ging los! Und ich hatte kurz davor noch genau zwischen den beiden Flammenwerfern gestanden. Offensichtlich wurde es den anderen Fotografen am Eingang mitgeteilt, dass der erste Song eher untauglich zum Knipsen sei, doch bei mir war der Herr an der Kasse eher mit dummen Sprüchen beschäftigt, als mir diese doch etwas wichtige Information mitzuteilen. Im Endeffekt eine lustige Anekdote, nur bitter dass sie dadurch entstanden ist, weil ein Mensch voller Vorurteile an der Kasse saß.

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Anschließend waren wir Fotografen dann alle gemeinsam im Graben und hielten die tollen Momente dieser Show in Leipzig fest. Es war tatsächlich die einzige Show der Tour die ich besucht habe, bei der Pyrotechnik erlaubt war. In Berlin war’s wohl zu klein und Stuttgart hatte es aus mir nicht bekannten Gründen wohl auch unmöglich gemacht. Feuer passt zu Kissin’ Dynamite und bringt eine ganz andere Stimmung bei der Show auf. Nennt mich altmodisch, aber diese Pyrotechnik verleiht dem Motto der Band „BRING BACK STADIUM ROCK“ nochmals ordentlich Nachdruck. An der Setlist hatte sich nichts geändert, doch sie war ohnehin so facettenreich, dass Kissin‘ Dynamite definitiv zeigen konnten, was sie draufhatten. Jim und Steffen verausgabten sich beim gemeinsamen Headbangen und ich fragte mich, wie oft sie sich wohl dabei schon ihre Schädel eingeschlagen haben. Ande beherrscht die Rockstarposen in Perfektion und bringt die Damen in den vorderen Reihen zum schmachten. Andi, der Poet der Band, sieht hinter seinem Schlagzeug einfach nur unfassbar zufrieden aus, während er seinen Blick über das Publikum schweifen lässt. Frontmann Hannes hat meiner Meinung nach eine enorme Entwicklung durchgemacht. Wie vorhin kurz erwähnt kenne ich sie schon sehr lange, und besuche ihre Konzerte schon seit mehreren Jahren. Doch was Hannes da an den Tag legt, erinnert immer mehr an Stadium Rock… Selbst wenn es nur ein kleiner Club ist! Kissin‘ Dynamite haben eine krasse Entwicklung durchgemacht und ich freue mich schon auf die kommenden Jahre.

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Nachdem ich eine gefühlte Ewigkeit auf den Taxifahrer gewartet hatte, der mir Gott sei Dank schon bei der Hinfahrt seine Nummer gab (es war sehr schwierig an dem Wochenende ein Taxi zu bekommen, da eine Buchmesse und gleichzeitig die Comic Con in der Stadt war), fuhr ich ins Hotel und am nächsten Tag wieder nach einem leckeren Frühstück wieder zurück nach Berlin.

Stuttgart – 13. April 2019

Home Sweet Home – die fünf Schwaben zurück in der Heimat

Heimspiel! So sehr ich immer über die öffentlichen Verkehrsmittel in Berlin schimpfe, so sehr habe ich sie mir an diesem Tag zurückgewünscht. Das LKA Longhorn in Stuttgart war nach wenigen Tagen ausverkauft – ein Kissin’ Dynamite Heimspiel verpassen wir Schwaben schließlich nicht. Ich flog morgens extra von Berlin nach Stuttgart und freute mich bereits auf den Abend. Wie in guten alten Zeiten schwang ich meinen Hintern also in das Auto meiner Mom, und fuhr relativ Zeitig von Göppingen nach Stuttgart. Dort angekommen dann das große Chaos – rund um das LKA war KEIN EINZIGER Parkplatz mehr frei. Ich fuhr durch sämtliche Nebenstraßen, auf die gegenüberliegende Seite der Schnellstraße und zwang mich dazu, nicht auszuflippen. Ich suchte geschlagene eineinhalb Stunden nach einem Slot für den nun wirklich nicht großen Opel Corsa, um mich dann auch noch halb illegal in eine Lücke zu stellen, die sicherlich nicht als Parkplatz gedacht war. Besonders ärgerlich war, dass ich dadurch die komplette Show von John Diva & The Rockets of Love verpasste.

In der Halle angekommen, fühle ich mich direkt zuhause. Hier bin ich damals einfach unzählige Male gewesen, ich kenne jede Ecke und fühle mich einfach rundum wohl. An diesen vier Wänden hängen tatsächlich sehr viele schöne Erinnerungen! Direkt am Eingang traf ich seit Ewigkeiten Mal wieder Michelle Darkness von End of Green, und auf dem Weg nach vorne in den Fotograben auch unzählige Freunde aus der Heimat. Der Ärger war schnell verflogen, denn ich freute mich einfach unfassbar, in nette Gesichter zu blicken und schöne Gespräche zu führen, während die Bühne umgebaut wurde.

Die Stimmung war anders als bei den vorherigen Konzerten. Vielleicht liegt es an der Heimat und an der Tatsache, dass Freunde und Familie der Band im Publikum stehen. Ich fand es schön zu sehen, dass trotz der sehr geplanten Show, hier und da noch Platz für Improvisation und Spontanität war. Die Zuschauer standen keine Sekunde still und waren an diesem Abend, in diesem Augenblick einfach genau im Moment und haben ihn genossen. Als Kissin’ Dynamite „Steel Of Swabia“ zum Besten gaben, klatschte und hüpfte die Meute sogar noch ein bisschen wilder – wer hat denn auch sonst eine eigene Hymne?;) Teilweise kam Hannes an diesem Abend nicht einmal zu Wort, weil die 1.500 Zuschauer der Band so laut zujubelten, dass Kissin‘ Dynamite nicht anders konnten, als innezuhalten. An der Setlist hatte sich bei den drei Shows nichts verändert, doch das war auch gar nicht nötig, denn der Mix aus alt und neu war perfekt. Lediglich „Final Dance“ würde ich persönlich wahninnig gerne einmal live hören – vielleicht ergibt sich hier ja noch die Möglichkeit eines Tages.

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Kissin’ Dynamite haben es mit der „Europe in Ecstasy Tour“ geschafft, ihre Fans in Ekstase zu versetzen. Authentisch, energisch und einfach nur Rock’n’Roll at its best. Das schreit nach mehr – und hoffentlich dann auch bald in wirklich großen Stadien.

Eure Ornella.
Long live Rock’n’Roll!

P.S.: Ihr habt noch nicht genug von Kissin’ Dynamite? Klickt HIER für Interviews, Konzertberichte, Fotos und mehr!

P.P.S.: Mehr über John Diva & The Rockets of Love erfahrt Ihr im Videointerview HIER.

Ein Kommentar Gib deinen ab

  1. Meier Simone sagt:

    Sehr,sehr geil Ornella!!!!!

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