Mister Misery Interview

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Mister Misery – Die untoten Newcomer aus Stockholm

Hallo Rocker!

Wie vielleicht der ein oder andere weiß, arbeite ich seit Juli mit dem Break Out Magazin zusammen. Ein riesiges Dankeschön geht an dieser Stelle an Pat StJames, der mich diesem tollen Magazin empfohlen hat und mich ermutigte, meine Artikel auch in print zu veröffentlichen. Ich führe und verfasse Interviews, die nun also abgedruckt werden. Nichtsdestotrotz, werde ich diese auch hier mit Euch teilen – in etwas anderem Stil als sonst – ich hoffe, es gefällt Euch! 😉

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Photo credit: Seike Clowniac

Mister Misery aus Schweden wurden Anfang 2018 von Frontmann Harley Vendetta und Alex Nine gegründet. Das Quartett präsentiert dieser Tage ihr Debütalbum „Unalive“ – sind sie denn „nicht lebendig“? Diese und weitere Fragen habe ich Harley Vendetta und Alex Nine, den beiden Gründungsmitgliedern der Band gestellt.

Are you… UNALIVE?

„Das waren wir einmal“, sagt Harley Vendetta, der Sänger und Gitarrist von Mister Misery. „Heutzutage fühlen wir uns sehr lebendig, dank unserer Plattenfirma und den unglaublichen Supportern. „Unalive“ spiegelt unsere Vergangenheit wieder und ist unsere Art, unsere Gefühle offen darzulegen.“ Doch wie kam es überhaupt zur Bandgründung? „Für mich hat alles mit Harleys Anruf im Januar 2018 begonnen“, beginnt Gitarrist Alex Nine. „Er hatte einen Bandnamen und ein paar Songs und konnte es kaum erwarten, etwas Großes zu erschaffen. Mir ging es genauso und ich fand die ersten Lieder, die er mir vorspielte, einfach unfassbar gut! Wir waren einfach auf einer Wellenlänge und eine Woche später war sowohl die Band gegründet, als auch die erste Single fertig. Im Anschluss dauerte es noch etwas, bis wir ein volles Line-up hatten, doch im Mai 2018 waren wir eine Band.“

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Photo credit: Seike Clowniac

Stockholm scheint auch ein verdammt guter Ort zu sein, wenn man eine Band gründen will. „Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es erst einmal gut ist, aus Stockholm rauszukommen.”, so Harley. ”Während ich in L.A. gelebt habe, erlebte ich viele Bands die Schwierigkeiten damit hatten es sowohl finanziell, als auch psychisch auszuhalten. Ich bereue keine Sekunde, dass ich zurück nach Schweden gezogen bin.” Aber Los Angeles hatte schon immer diese Anziehungskraft… ”Ja, weil die Menschen glauben, dass Du in L.A. leben musst, um Deinen Träumen eine Chance zu geben. Und ich war einer davon.”, so Harley weiter.” Aber ich kann aus Erfahrung sprechen, dass es einer der verbrauchtesten und widerlichsten Orte für Bands ist, ganz besonders jene aus dem Metal und Rock-Bereich. Im Endeffekt spielt es keine Rolle, wo man herkommt oder wo man lebt. Wenn die Musik gut ist, und man die Menschen dazu bekommt, zuzuhören, hat man gute Chancen das zu werden, was man möchte. Ich habe das Gefühl, dass die Leute in Europa gewillt sind, live Musik zu unterstützen, leider stirbt es in Schweden etwas aus. Viele Veranstaltungsorte für kleinere Bands müssen schließen, was es für Newcomer sehr schwer macht, gesehen und gehört zu werden. Es ist wirklich traurig.” Im Oktober kommt das erste Album. ”Euch erwartet eine ehrliche Platte, die eine Menge Gefühle und Geschichten beinhaltet.”, erklärt der Frontmann.

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”Es war eine ziemliche Mühe, das Album fertigzustellen. Ich habe geschrieben, aufgenommen, produziert und alles selbst abgemischt. Es variiert sowohl im Stil, als auch im Gefühl und in den Inhalten der Songtexte. Ich bin sehr stolz auf die Lieder. Es ist von cinematischen Songs zu richtigen Arena-Rock Hymnen alles dabei. Fast jeder Song hat Double-Lead-Guitar-Solos und fachspezifische Metal-Riffs. Wenn ich anfange, an einem Lied zu arbeiten, dann immer mit dem Gedanken, dass dieser der beste Song der Welt werden wird.” Das klingt nach viel Zeit und Arbeit. „So etwa ein Jahr würde ich sagen.“, erklärt Harley. „Ich habe damit begonnen, als ich im November 2017 von L.A. zurückkehrte. Aber in der Zwischenzeit habe ich auch ein paar neue Lieder geschrieben, die es auf die Platte geschafft haben.“ Und jeder Song hat seinen eigenen Entstehungsprozess. „Ja, das ist ganz verschieden. Oft beginnt alles mit einer Melodie in meinem Kopf, oder einem Drum-Beat, manchmal aber Songtexte.“, so Harley. „Ich schnappe mir die Gitarre und spiele Akkorde, die zu den Melodien in meinem Kopf passen. Gegen später gehe ich dann zu meinem Digital Audio Workplace und programmiere die Schlagzeug- Parts und nehme die Gitarre auf. Manchmal füge ich Synthesizer oder Streichinstrumente ein. Nachdem das Grundgerüst des Liedes steht und ich es als Instrumentalversion gut finde, neige ich dazu, Alkohol zu trinken, tief in mich hineinzublicken und schreibe die Lyrics zu allem, was ich fühle oder mir durch den Kopf geht.“

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Photo credit: Seike Clowniac

Aber was geht einem da so durch den Kopf? „Alles mögliche, von Drogenmissbrauch bis hin zu Tragödien in der Liebe. Viele Lieder handeln auch davon, den Willen zu finden, auch in dunklen und schwierigen Zeiten weiterzumachen.“, erzählt Harley. „Wir sprechen über Mobbing, darüber ein Außenseiter zu sein und nie einen Ort zu finden, den man als Zuhause bezeichnet – als wäre man dauernd auf der Flucht vor etwas.“ Die Lyrics von „The Blood Waltz“ sind sehr düster. „Mir ging es furchtbar schlecht, als ich diesen Text geschrieben habe“, beginnt Harley. „Ich wollte über Suizid schreiben und was passieren könnte, wenn man sich selbst umbringt und der Himmel einen nicht akzeptiert. Außerdem handelt es auch etwas über meine Zweifel an die menschliche Empathie und darüber, dass viele sich einfach nur um sich selbst kümmern und nicht darauf achten, wie sich andere Personen fühlen könnten.“

Neben „The Blood Waltz“ nahm die Band auch für „My Ghost“ ein Musikvideo auf. „Wir haben beide Videos mit Patric Ullaeus in den Revolver Studios in Götheburg gedreht“, erläutert Alex. „Die Geschichte dahinter findet man in den Liedtexten, unser Fokus lag bei den Videos darauf, sowohl unsere Performance, als auch unseren Look festzuhalten.“ Ein sehr außergewöhnlicher Look. „Wir haben auch in mehreren Bereichen unsere Einflüsse: Zum einen wären da die Achtziger Rock’n’Roll Bands, zum anderen etwas härtere Metal Bands und industriellere, modernere Sounds.“, so Nine. „Konkrete Beispiele wären Mötley Crüe, Linkin Park, Motionless in White oder Breaking Benjamin. Aber wir sind auch von Danny Elfman beeindruckt und versuchen seinen einzigartigen Stil in unserer Metal Musik zu integrieren.“ Letzte Worte? „Bereitet Euch auf all das vor, was wir bald mit der Welt teilen werden! Das Album wird großartig werden und wird Euch berühren. Wir können es kaum erwarten, Euch alle on the road zu
sehen!“

Mister Misery:
Harley Vendetta – vocals, guitars
Alex Nine – guitars
Eddie Crow – bass
Rizzy – drums

Discographie:
Aktuelles Album:
Unalive (2019)

Eure Ornella.
Long live Rock’n’Roll!

P.S.: Meine Standard-Fragen dürfen natürlich nicht fehlen… 😉

Wenn Du einen jungen Menschen dazu bringen müsstest, Rockmusik zu hören, welchen Song würdest Du ihm vorspielen und wieso?
Harley: “Naja, da müsste ich „Alive“ von uns wählen. Vor allem weil es darum geht, für Dich selbst einzustehen und dazu zu stehen, wer Du bist. Viele junge Menschen haben Probleme damit. Die Schule kann hart sein. Sich so anzuziehen, wie wir es damals getan haben, hat uns nicht sonderlich geholfen Freunde zu finden, oder das Mädchen zu bekommen, das wir wollten. Aber es war uns schon immer wichtiger glücklich zu sein, anstatt beliebt.“

Wenn Du ein imaginäres Dinner mit drei Personen Deiner Wahl haben könntest, wen würdest Du einladen?
Alex: “Wir könnten einen tollen Abend voller Whiskey und Snacks mit Chester Bennington, Gandalf und Leonardo DiCaprio haben! An diese Nacht würden wir uns unser Leben lang erinnern…!“

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