The New Roses – Interview und Review 2019

Hallo Rocker!

Ihr habt entschieden – hier kommt das brandneue Interview mit Timmy Rough von THE NEW ROSES! Im Anschluss gibt’s noch meine Rezension zum Album „Nothing But Wild“ dazu – enjoy!

The New Roses – Das ist echter Rock’n’Roll!

Wer auf handgemachten Rock’n’Roll steht, der ins Ohr geht und zum Tanzen animiert, wird in den letzten Jahren nicht an The New Roses vorbeigekommen sein. Die Band wurde 2007 von Sänger Timmy Rough und Schlagzeuger Urban Berz in Wiesbaden gegründet, im jetzigen Line-Up spielen sie seit 2014, als Gitarrist Norman Bites und Bassist Hardy dazukamen. Sie schaffen das, was viele der ganz großen verlernt zu haben scheinen – geile Live-Shows, radiotaugliche Hits und guter alter Rock’n’Roll: The New Roses ist die Band, die sowohl Herz als auch Eier beweist und die eigene Authentizität nie verliert. Ich verfolge den Werdegang der Jungs schon seit Ihren Anfängen und habe mich total gefreut, sie diesmal auch im Break Out Magazin platzieren zu dürfen, denn sie haben den Support und das Medienecho mehr als nur verdient. Natürlich bekommt Ihr das volle Programm auch auf COMEBACKSTAGE! 😉

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Mit dem neuen Album „Nothing But Wild“ stieg das Quartett direkt in die Top 10 der deutschen Album-Charts ein. „Wir haben eineinhalb Jahre volle Kraft in dieses neue Album gesteckt. Jetzt löst sich die Anspannung auf und wir können sehen, dass es unseren Fans und den Rockverrückten da draußen zu gefallen scheint. Ein gutes Gefühl.“ Mit dem Vorgänger „One More For The Road“ schafften es die Wiesbadener bereits in die Top 20 – was ist am neuen Album anders? „Von den äußeren Umständen abgesehen haben wir unsere gesamte Aufmerksamkeit auf das Songwriting und den Songaufbau konzentriert. Wir haben ausgiebig mit Tonarten und Tempi experimentiert, was in diesem Maße neu für uns war. Diese Impulse kamen meist von Uwe Sabirowsky, unserem Co Produzenten. Ich glaube, das hat das Album sehr veredelt.“ Wie lange wurde denn am Album gearbeitet, wie kann man sich das vorstellen und wo wurde es aufgenommen? „Aufgenommen haben wir wieder mit Markus Teske im Bazement Studio. Dort haben wir bisher alle unsere Alben aufgenommen. Das war also wie ein Klassentreffen. Ich hatte während der Tour immer ein Notizbuch zur Hand, in das ich ständig irgendwelche Songideen kritzelte. An einem bestimmten Punkt setzte ich mich zu Hause hin und begann das Buch durchzublättern, um zu sehen, welche Ideen mich anspringen würden. Daraus machte ich erste Demos, die ich der Band zeigte. Ich wollte simple Songs schreiben, die durch ihre Schlichtheit überzeugen. Das war ein neuer Ansatz, an dem ich zuerst wohl ziemlich vorbei gerauscht sein muss, denn die Jungs fanden meine ersten Demos schlichtweg beschissen.“, lacht der Sänger. „Das war erst einmal hart und schwer zu verdauen, aber ich sah in den Songs schon das, was aus ihnen später geworden ist. Also hielt ich an der Idee fest und versuchte es so lange, bis wir uns alle einig waren, dass wir auf dem richtigen Kurs waren. Uwe Sabirowsky hat sich speziell in dieser Phase unentbehrlich gemacht. Er hatte den Blick von außen und konnte gleichzeitig zwischen den oft erhitzten Gemütern vermitteln. Es war sehr aufregend, aber es war es wert. Ich denke, wir haben uns durch dieses Album sehr weiterentwickelt.“

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Hört man „Down By The River“ wird man direkt in die eigenen Teenie-Jahre zurückkatapultiert, was ist die Story dahinter? „Die Band wuchs größtenteils im Rheingau auf. Einer schönen Gegend am Rhein, berühmt für ihren Wein. Allerdings weniger berühmt für ihre Rockbands“, lacht Timmy. „Wir kannten uns damals noch nicht, wohnt aber alle entlang des selben Flusses, hingen rum, hörten Musik, tranken Bier, rauchten schräges Zeug und versuchten einen Mädchenmund auf unseren zu kriegen. Ich denke, das hat uns alle gleichermaßen geprägt. Das war eine tolle Zeit, die einen Song verdient hat, dachte ich. Viele Stellen im Song sind sehr wahrheitsgetreu. Zum Beispiel nannte meine Clique unseren Platz am Fluss tatsächlich „Secret Place“.“ Das Video zum Song, wird vor allem die weiblichen Fans gefreut haben, da die Band nackt baden geht. Ein Bandritual? „Wir sind die Band, die nackt baden geht.“, lacht Rough. „Egal, zu welcher Jahreszeit. Wenn irgendein Tümpel in der Nähe ist, dann springen wir rein. Warum das immer Nackt abläuft, hab ich noch nicht enträtselt.“

Apropros Frauen – wer ist die Dame, die sich hinter „Nothing But Wild“ versteckt und was ist aus Ihr geworden? „Ihr „Künstlername“ war „Red Zora“ und sie war eine super Stripperin!“, erläutert Timmy. „Sie tanzte mal spontan währen einer unserer Festivalshows über unsere Bühne und hat mich nachhaltig beeindruckt.“, lacht er. „Was aus ihr geworden ist, weiß ich leider gar nicht. Sie weiß vermutlich nicht einmal, dass jemand einen Song für sie geschrieben hat. Zora, wenn du das liest. Dieser Song ist für dich, Baby!“, lacht Timmy weiter. In „Running Out Of Hearts“ singst Du über’s Weglaufen, ist es Dir gelungen? Und warum gehen Dir die Herzen aus? „Das ist ganz schön viel Philosophie für einen simplen Rock Song.“, lacht Rough. „In der Tat bezieht sich der Song auf eine schwierige Beziehung in meiner Vergangenheit. Der Klassiker: Ewig hin und hergerissen zwischen Sehnsucht und Gewissen. Irgendwann kommt der Moment an dem man eine Entscheidung treffen und mit ihren Konsequenzen leben muss. Genau diesen Moment beschriebt der Song.“

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Mit den Scorpions auf Tour, zum zweiten Mal auf der KISS Kruise eingeladen und für etliche Festivals gebucht, doch welcher Augenblick war besonders eindrucksvoll? „Ein besonderer Moment, den ich gerade ganz präsent im Kopf habe, war unsere Show beim diesjährigen Wacken Open Air. Die Zeltbühne war bis zum Anschlag voll und die Stimmung war unglaublich. Ich hatte richtig das Gefühl nun da angekommen zu sein, wovon man als früherer Besucher solcher Festivals nur geträumt hatte. Ich hätte einmal fast vergessen weiter zu singen, weil ich einfach in die Leute schaute und dachte: „Wow, wie lange hat es gedauert, diese paar Meter von der ersten Reihe bis auf die Bühne zurückzulegen.““

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Es ist einfach, den jetzigen Erfolg zu betrachten. Doch der kam nicht über Nacht – wie viel Arbeit steckt hinter The New Roses? Gibt es etwas, was Du mit heutigem Wissen anders machen würdest? „Ich würde wesentlich gelassener an die Sache herangehen. Es ist gut und wichtig leidenschaftlich für seine Ziele zu kämpfen und zu streiten, aber man darf sich davon nicht beherrschen lassen. Das raubt einem die Kraft, die man später noch braucht. Die ersten Jahre waren ziemlich strapaziös. Keine Kohle, schmuddelige Läden, kaum Publikum. Die Musikindustrie verurteilt dich zum Scheitern und in deinem privaten Umfeld kaufen alle Autos und Häuser, fahren in den Urlaub und geben dir gute Ratschläge. Trotzdem gab es immer wieder Momente, die sich wie eine Chance anfühlten und daran haben wir uns geklammert. Doch hatte diese Zeit auch durchaus seinen Reiz. Es gibt eine einzigartige Art von Spaß, die man nur haben kann, wenn man nichts zu verlieren hat. Und dann hatten wir eine Menge.“, lacht Timmy. Das Blatt hat sich gewendet: ausverkaufte Shows und Touren mit den ganz großen Legenden – was ist das Erfolgsrezept? „Erfolgsrezepte halte ich für unrealistisch. Wenn es etwas gibt, dass man pauschal vorschlagen kann, dann das: Jede Band ist anders. Man muss einen maßgeschneiderten Plan für seine individuellen Stärken und Schwächen entwickeln. Wir haben immer genau zugehört, wenn wir kritisiert wurden, haben uns aber davon nicht verunsichern lassen. So gut wie niemand hat an das geglaubt, was wir vorhatten: Glaubwürdigen American Rock’n’Roll aus Deutschland zu etablieren. Umso schöner ist es jetzt mit legendären Größen die Bühne zu teilen und sogar deren Anerkennung zu spüren.“

Was war denn damals das Ziel, als The New Roses gegründet wurde? „ Ich glaube, wir wussten nicht, wo wir hin wollten. Wir wussten nur ziemlich genau, wo wir nicht hinwollten. Besser gesagt passte einfach keiner von uns in die Lebensstrukturen, die man als „normaler“ Mensch eben hat. Da ist die Abenteuerlust, der Rock’n’Roll, das Ego und das suchtähnliche Gefühl, irgendetwas beweisen zu müssen, wem auch immer, was auch immer.“

Nothing But Wild – DAS Album 2019

Für mich bereits jetzt das beste Album des Jahres! Nachdem „One More For The Road“ bereits überzeugte, wartete man gespannt auf das Folgewerk – und damit konnten sie sich nochmals steigern! Am 02. August erschien das vierte Studioalbum der Wiesbadener Band The New Roses. Der Titel „Nothing But Wild“ ist hier Programm: handgemachter, rotziger Rock’n’Roll, dem es dennoch nicht an Radiotauglichkeit mangelt – im Gegenteil. Die dreizehn Songs und zwei unplugged Versionen – „Down By The River“ und „Fight You Leaving Me“ – überzeugen auf ganzer Linie. Die größten Hits der Platte sind ganz klar „Can’tStop Rock’n’Roll“, „Down By The River“, „Running Out Of Hearts“ und „Glory Road“. Diese Songs laden gerade förmlich dazu ein, sich in ein Cabrio zu schwingen, die Musik aufzudrehen und mit Freunden gutgelaunt in Richtung Süden zu fahren, während einem die Sonne ins Gesicht scheint. Dazu sind mit „The Bullet“ und „The Only Thing“ – letzteres im Übrigen eine zauberhafte Liebeserklärung – noch zwei erstklassige Balladen auf „Nothing But Wild“ zu finden. Sie haben ganz viel Gefühl und Herz, rutschen dabei jedoch zu keiner Zeit in den Kitsch ab. Das Quartett kann als deutsche Band problemlos mit den ganz Großen der Branche mithalten, die man sonst eher in den USA vorfindet; The New Roses sind die deutsche Antwort auf Bon Jovi – nur mit den weitaus besseren neuen Alben. Diese Band ist für die ganz großen Bühnen der Welt gemacht und das neue Album wird ihnen mit Sicherheit nicht nur in Deutschland und Europa, sondern auch international Gehör verschaffen. Es wird nicht mehr lange dauern, bis das Publikum zu „Nothing But Wild“, „Meet Me Half Way“ und „Soundtrack Of My Life“ die Hände in die Luft streckt – und zwar nicht mehr in den kleinen Clubs, sondern in großen Stadien und Arenen.

Eure Ornella.
Long live Rock’n’Roll!

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P.S.: Hier geht’s zu Bildern, Interviews, Reviews und Berichten von THE NEW ROSES. Das ultimative COMEBACKSTAGE-Bundle. 

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