GOTTHARD Interview x Leo Leoni & Nic Maeder

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Hallo Rocker und happy birthday Leo Leoni!

Der Gitarrist der Schweizer Nummer eins Band feiert heute seinen 54. Geburtstag – und passend dazu habe ich ein brandneues Interview für Euch im Gepäck! Aufgenommen haben wir das Mitte Februar hier in Berlin – zu einer Zeit, in der die Welt noch in Ordnung war. Doch nun hoffe ich, Euch mit diesem spannenden und lustigen Gespräch die häusliche Quarantäne und das Home Office wenigstens etwas zu versüßen. 😉

Anbei bekommt Ihr natürlich auch die schriftliche Version auf Deutsch, die genau so vor etwas über einer Woche in der neusten Ausgabe des Break Out Magazins erschienen ist.

GOTTHARD – Rock’n’Roll und Rotwein

Als ich vor Jahren noch bei einem Radiosender gearbeitet habe, wurde mir ein Aufnahmegerät in die Hand gedrückt und ich wurde auf das Gotthard Konzert geschickt. Das war Halloween 2014 in Neu-Ulm. Da stand ich also, 21 Jahre jung, den Gotthard Jungs im Backstage-Bereich der Ratiopharm-Arena gegenüber. Es war heiß, ich war aufgeregt und umringt von Leo, Nic, Marc und Freddy. Das war übrigens auch die erste Aftershow-Party, auf die ich jemals eingeladen war. Das Interview fand nach der Show statt und direkt im Anschluss fand ich mich immer noch backstage, Rotwein-Trinkend mit Leo wieder. Nun, sechs Jahre und etliche Interviews später, treffe ich erneut auf Leo Leoni und Nic Maeder, um mit ihnen über das neue Album #13 zu sprechen – im Anschluss gab es Rotwein. Was soll ich sagen… Manche Dinge ändern sich eben nie.

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 2014 in Neu-Ulm, backstage in der Ratiopharm-Arena

Leo, herzlichen Glückwunsch zur Hochzeit! Wie war die Party? „Es war super, außer dass ich arm bin und die Party deshalb kurz war.“, lacht er. „Aber ich freue mich auf noch mehr Parties!“ Bleiben wir beim Thema… Erzählt mir doch etwas zum Song „Marry You“ – hast Du Leo, Deiner Frau damit den Heiratsantrag gemacht? Nic springt ein und antwortet: „Es ist lustig, ganz viele Leute denken das. Aber eigentlich haben wir gemeinsam mit unserem Freund Eric Bazilian am Songwriting gearbeitet und er hatte den Song schon sehr lange. Er hatte seiner Frau damals mit diesem Lied einen Heiratsantrag gemacht. Er hat sie ins Restaurant eingeladen und ihr Kopfhörer aufgesetzt. Dann hat er ihr das Lied vorgespielt – und das war sein Antrag… Er hat nichts weiter damit gemacht und hatte es für sich behalten. Aber als Leo den Song gehört hat war er begeistert und wollte es unbedingt aufnehmen. Das Ganze war um vier Uhr morgens, wir hatten eine Flasche Whiskey getrunken und haben dann beschlossen, runter ins Studio zu gehen und es direkt aufzunehmen. Das ist auch wirklich die Version, die auf dem Album ist – das Ergebnis dieser Nacht. Die Akustik-Gitarre und der Gesang sind von dem Abend.“

Back To The Roots

Die Erinnerungen einer tollen Nacht… Das Album #13 klingt für mich sehr nach back to the roots… „Wenn Du damit meinst, dass es sehr unbearbeitet und rau klingt – ja.“, bestätigt Nic. Das erste Album, an dem ich beteiligt war – Firebirth – war ebenfalls mit Paul Lani und Leo Co-Produziert. Deshalb haben wir beschlossen, wieder mit ihm zusammenzuarbeiten. Wir hatten das Gefühl, dass wir nach zwei Jahren Defrosted-Tour, die akustisch war, es wieder die Zeit für ein rockendes Album gekommen war.“

#13

Viele Menschen sind ja der Meinung, dass die Zahl „13“ Unglück bringt, aber wie sieht das ganze bei Euch aus? „Ich denke, dass die Zahl Glück bringt. Alles was wir jemals in Bezug auf eine 13 gemacht haben – ob an einem 13. oder sogar Freitag der 13. – ist gut geworden. Meine Hochzeit war aber nicht an einem Freitag dem Dreizehnten, denn der Dreizehnte des Monats war ein Montag. Aber davon abgesehen denke ich, dass es sehr lustig ist, im Flugzeug in der 15. Reihe zu sitzen, vorzuschauen und zu sehen, dass die Reihe vor dir, die 14. ist und die Reihe danach, bereits die 12. Reihe ist.“, antwortet Leo grinsend. Da fehlt etwas… „Ja, etwas fehlt. Das ist lustig. Viele denken die Zahl bringt Glück, viele denken sie würde Pech bringen. Aber manchmal ist das Pech der einen Person, das Glück der anderen.“, ergänzt Leo. „Ja, es kommt ganz auf den Gesichtspunkt an. Ich bin nicht abergläubisch, aber Leos Glückszahl ist schon immer die 13 gewesen.“, erläutert Nic.

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Wir haben vorhin vom Song „Bad News“ gesprochen, was ist denn die Geschichte dahinter? „Eigentlich geht es darum, wie manche Menschen es lieben, bei Dir zu sein, wenn Du erfolgreich bist…“, beginnt Nic. „…Und Dich aber hängen lassen, sobald der Erfolg verschwindet. Und das sind genau die gleichen Leute. Sie behandeln Dich gut, wenn Du oben bist, aber sie behandeln Dich nicht gut, wenn Du nicht mehr in der Position bist. Dann versuchen sie, über den Missstand der Menschen zu lachen.“, führt Leo fort. Das ist eine ziemlich traurige Geschichte… „Das ist sie.“, so Nic. „Das ist übrigens auch ein Song, den wir mit Eric Bazilian geschrieben haben – er hatte diese Idee schon länger im Kopf. Wir haben dann noch einen Twist reingebracht und das Thema weitergeführt. An den Titel „Bad News Travel Fast“ hatte er schon früh gedacht. Das ist definitiv eines der weniger schönen Seiten der Menschheit.“, lacht er. Gerade in der Position eines erfolgreichen Musikers muss es ja unfassbar schwer sein Menschen zu finden, denen man blind vertrauen kann… „Das ist es für jeden generell. Ich denke es ist für jeden sehr schwer, wirklich enge Freundschaften zu knüpfen und Menschen zu finden, denen Du blind vertrauen kannst.“, so Nic. „Ich weiß nicht… Ich habe keine Freunde.“ fügt Leo lachend hinzu. Diesem Risiko ist der Schweizer also nicht ausgesetzt.

Girls, Girls, Girls…

Ganz anders als beim Video für „Missteria“, das kürzlich in in Berlin aufgenommen wurde – das sah nach einer Menge Spaß aus! „Ich hatte gar keinen Spaß!“ grinst Nic. „Ach ja, sie lassen mich immer irgendetwas mit Frauen machen in den Videos, irgendwie sind sie immer involviert.“. Wirklich bedauernswert, Nic, Du bist wirklich ganz Arm dran. „Naja, jemand muss es ja machen… Es ist ein harter Job.“ lacht der Frontmann. Doch wie kam es zum Konzept des Videos? „Die Idee kam vom Regisseur – er hat auch diese großartige Location gefunden, die super zum Song gepasst hat. Wir hatten Glück mit dem Ort und mit den KünstlerInnen – es war alles da. Wirklich ein cooler Tag.“, erklärt Nic.

Der Song wurde mit Francis Rossi von Status Quo geschrieben. Wie kam es dazu, war es während der Rock Meets Classic Tour? „Die Zusammenarbeit hat dort begonnen“, erzählt der Gitarrist. „Und daraus hat sich dann eine Freundschaft entwickelt. Wir haben ein Videoclip für „Bye Bye Caroline“ gedreht, wir waren bei ihm im Studio und danach haben wir uns E-Mails geschickt und Ideen und MP3s ausgetauscht… Sobald wir etwas hatten, haben wir Nic involviert und ihn gebeten, es sich anzuhören. Im Anschluss ging es dann weiter mit den Melodien und den Lyrics.“.

Dream On

Sprechen wir über den Song „10.000 Faces“. Ihr seid schon ewig in der Musikindustrie, ist es immer noch der wahrgewordene Traum für Euch? „Man muss immer weiterträumen. Wenn man aufhört zu träumen, ist das Leben vorbei. Das Lied geht um Dich und Deine Erlebnisse der letzten zehn Jahre.“ sagt Leo und schaut dabei zu Nic rüber. „Das war eine Song-Idee von unserem Bassisten Marc. Er wollte, dass ich einen Text zu meinen Erfahrungen schreibe. Der ganze Druck, kurz bevor man auf die Bühne geht, der Boden wackelt, Du spürst die Energie… Lustigerweise haben Leo und ich dann die Lyrics gemeinsam geschrieben. Während wir die Demos dazu aufgenommen haben, brauchten wir hier und da noch ein paar Wörter… Das ging dann alles relativ schnell. Auch wenn es meine Erfahrungen waren, hat Leo über die Hälfte daran mitgeschrieben.“, erzählt der Sänger lachend. „Ich habe Dich ja auch genau beobachtet, Nic!“, grinst Leoni. „Außerdem ist es noch spannend zu erwähnen, dass am Ende des Liedes viele Menschen zu hören sind. Das haben wir live während der „Defrosted II“-Tour in den Bergen aufgenommen.“. Schlagzeuger Hena hat bekannt gegeben, dass er sich eine Weile zurückziehen wird – aus welchem Grund? „Er würde gerne etwas Zeit mit seiner Familie verbringen und eine Pause von 30 Jahren Rock’n’Roll nehmen. Wir wünschen Ihm die beste Zeit mit seiner Familie und ich denke, dass es eine harte Entscheidung ist, vom Rock’n’Roll Zirkus fern zu bleiben. Manchmal kann ich das schon auch nachvollziehen – aber manche Menschen lieben es einfach und manche brauchen ab und an eine Pause davon. Er wird entscheiden, wann er wieder bereit ist.“, erklärt Leoni. Doch wer wird ihn ersetzen? „Wir werden mit Flavio Mezzodi von Krokus auf Tour gehen. Wir kennen ihn schon sehr lange, haben mit ihm geprobt und wussten es nach einem Song, dass er es werden würde.“, verrät Maeder.

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Bleibt nur zu hoffen, dass das Coronavirus bald bekämpft werden kann und wir uns wieder nahe sein können. Auf Konzerten. Im Backstage-Bereich. 😉 Persönlich freue ich mich auf einen erneuten Abend voller Rock’n’Roll und Rotwein – mit GOTTHARD!

Eure Ornella.
Long live Rock’n’Roll!

P.S.: Noch mehr Interviews, Rezensionen und Fotos von GOTTHARD findet Ihr HIER.

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