Tony Hernando – Lords Of Black Interview und Review Alchemy Of Souls

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Guten Abend, Rocker!

Es war lange ruhig auf COMEBACKSTAGE – viel zu ruhig! Es ist eine Tatsache, dass ich einfach mehr auf Face-To-Face Interviews abfahre und das vermisse ich auch immer noch ganz schrecklich. Allerdings sieht es derzeit nicht aus aus, als würde sich in absehbarer Zeit etwas an dieser Situation ändern. Es gibt weder Konzerte, noch Promo-Touren oder ähnliches. Deshalb habe ich mich dazu entschlossen, ZOOM-, Mail-, und Telefoninterviews zu machen. Verzeiht mir an dieser Stelle, dass es dementsprechend nur wenig, bzw. wie auch in diesem Fall, kein Bildmaterial mit den Musikern geben wird.

So kam es dann jedenfalls auch, dass ich für’s Break Out Magazin mit Tony Hernando sprach. Tony ist der Gitarrist der Band Lords Of Lost und lebt in Madrid. Mit seiner Band, in der das Ausnahme-Talent Ronnie Romero singt, veröffentlichte er kürzlich das neue Album „Alchemy Of Souls“ – erfahrt alles dazu im ersten post-epidemischen Interview. 😉

Auf ein Pläuschchen mit Gitarrist Tony Hernando

“Ich versuche mich derzeit sehr beschäftigt zu halten: Nicht nur damit, neue Musik zu schreiben und aufzunehmen, sondern auch damit, viele Bücher zu lesen und mich auf wertvolle und Positive Dinge zu konzentrieren.”, steigt Tony Hernando in das Gespräch an diesem kalten aber sonnigen Novembertag ein. Die Corona-Krise mache ihm – wie auch für den Rest der Menschen innerhalb Europas – zu schaffen. Der in Madrid lebende Gitarrist und Mitbegründer der Band Lords Of Black vermisse neben den Live-Shows vor allem das wuselige Leben in der Innenstadt, die nun mehr einer tristen Dystopie ähnele. Doch heute waren wir nicht zusammengekommen, um über die traurigen Vorkommnisse diesen Jahres zu sprechen, sondern über seine Band Lords Of Black und dem neuen Album “Alchemy Of Souls”.

Tony und Sänger Ronnie Romero, welcher Zeitweise auch als Frontmann von Leo Leonis Band CoreLeoni tätig war, trafen zum ersten Mal 2013 aufeinander. Hernando organisierte damals eine Ronnie James Dio Tribute-Show, mit den besten Sängern der Szene. “Jemand erzählte mir, dass da kürzlich ein Kerl aus Chile hergezogen sei, der eine unfassbare Stimme hätte, welche der von Ronnie James Dio enorm ähneln würde. Also war für mich klar, dass ich ihn selbst genauer unter die Lupe nehmen müsste, da ich offiziell der größte Dio Fan aller Zeiten bin.”, lacht Tony, während er in Erinnerungen schwelgt. “Und man, was für eine Stimme! Ich werde diesen einen Moment niemals vergessen, als wir zum ersten Mal gemeinsam probten. Es war einfach nur magisch! Wir spürten beide eine sehr besondere Verbindung und wir wussten auch irgendwie beide direkt, dass wir in Zukunft etwas zusammen machen würden.”, erzählt Hernando weiter.

“Es war nur etwa ein Jahr vergangen, bis wir beide wieder frei von unseren vorherigen Bands waren und uns dazu entschlossen, als Lord Of Black in die Welt hinauszugehen. Wir wussten auch sofort, welche Art von Musik wir machen würden, da wir ziemlich genau den gleichen Geschmack haben. Zwar haben wir einen modernen Sound, unsere Wurzeln liegen jedoch unausweichlich bei den Bands, denen wir alles zu verdanken haben: Rainbow, Dio, Black Sabbath, Whitesnake, Journey, Queen, Thin Lizzy und so weiter. Wir beschreiben uns gerne als ein Mix zwischen modernem Metal und klassischem und Heavy Rock.”

Doch kam der Tag, an dem Romero die Band verließ. Kurze Zeit später fanden sie allerdings wieder zusammen, und veröffentlichen nun am sechsten November “Alchemy Of Souls”. Doch was ist die Grundidee hinter der Platte, ist es vielleicht sogar ein Konzeptalbum? “Obwohl das Album mit “Part I” von “Alchemy Of Souls” vorgestellt wird, handelt es sich nicht wirklich um ein Konzeptalbum mit einer geraden Storyline. Es geht mehr um eine Sammlung von Liedern, welche eine thematische und textliche Verbindung aufzeigen. Es geht um den ständigen Krieg zwischen gut und böse. Nicht nur in der Gesellschaft und in der ganzen Welt, sondern auch in uns. Wir leben alle in einem ständigen Kampf in uns selbst. Letztlich heilen oder zerstören wir unsere Seelen mit unseren Entscheidungen. Es geht um all diese psychologischen und philosophischen Themen des Bewusstseins und die Tatsache, dass wir alle zu gutem und bösem fähig sind.”, erklärt der Gitarrist.

Lass uns ein wenig über die Songs sprechen – ein Lied auf dem neuen Album heißt “Disease In Disguise”; was hat es damit auf sich? “Ich kann nicht von mir behaupten, letztes Jahr die Lieder geschrieben zu haben und gewusst zu haben, was als nächstes passieren würde. Doch hatte ich aber das Gefühl, dass etwas seltsames vor sich geht und irgendwas kommen würde. Aber in diesem Fall geht es bei “Disease In Disguise” nicht wirklich um ein tödliches Virus, sondern um einen Bösewicht, der eine terroristische Tat auf globalem Level plant. Das ist etwas, was vor einigen Jahren noch fiktiv war, doch nun leider zur bitteren Realität gehört.”

Tony erzählt uns auch, welche Geschichte hinter “Shadows Kill Twice” steckt: “Dieser Song ist eine persönliche Erklärung die aufzeigt, wo ich als Mensch und als menschliches Wesen stehe und dass ich immer für die Richtigkeit einstehen werde. Heutzutage gibt es leider unzählige Möglichkeiten, die uns auf die falsche Seite ziehen könnten. Möglichkeiten, die uns zu einem Teil der “Maschine” machen wollen, die gegen die Menschlichkeit arbeitet und was moralisch richtig wäre. Diese Schatten versuchen ununterbrochen, sich über uns zu legen und uns für sich zu gewinnen.”

Die neue Platte enthält auch ein Stück, welches mit dem Klavier gespielt wird – wer sitzt am Piano es und wieso sollte gerade “You Came To Me” mit dem klassischen Instrument begleitet werden? “Wenn ich ein Lied verfasse, schreibe ich es nicht immer als Gitarrist. Dieser eine Song kam wie aus dem nichts und war dann in meinem Kopf und ich wusste, dass ich dieses eine nur mit Gesang und Klavierbegleitung aufnehmen wollte. Ein sehr guter Freund, den ich schon seit Jahren kenne, ist Studiomusiker. Wir haben schon seit Jahren miteinander gearbeitet und Victor Diez nahm auch dieses Klavierstück auf. Ich finde, dass das Lied sehr gut geworden ist und das Album nach so viel Gefühl und Intensität, super abschließt.”, so Hernando.

Wir neigen uns dem Ende des Interviews zu, doch habe ich noch eine Frage für Tony im Gepäck. Mich interessiert, welchen Song er einem jungen Menschen vorspielen würde, wenn er diesen von der Rockmusik überzeugen müsste. “Ich würde definitiv etwas von Queen vorschlagen! Queen ist die vermutlich beste Rockband aller Zeiten, sodass man sowohl auf etwas aus dem sanften Bereich, als auch auf die harten Stücke zurückgreifen könnte. Jeder Song von Queen ist super um aufzuzeigen, zu welchen schönen und guten Dingen die Menschen fähig sind.” Da liegt es auch nahe, dass er gerne bei einem imaginären Dinner neben David Gilmour und Mark Knopfler, auch gerne Brian May einladen würde.

Ein paar letzte Worte hat Tony Hernando für die Fans auch im Gepäck: “Danke für das Interview. Ich hoffe, Ihr findet es spannend und checkt unser neues Album aus. Bis dahin wünsche ich Euch alles Gute, bleibt gesund!”

Review Alchemy Of Souls

Ronnie Romero hatte seine Band Lords Of Black eigentlich verlassen, wurde zeitweise von Diego Valdez ersetzt, kehrte jedoch im Mai diesen Jahres glücklicherweise selbst wieder zurück an das Mikrophon. Im Gepäck haben die Musiker nämlich auch direkt ein neues Album. “Alchemy Of Souls” erscheint am 06. November 2020 unter Frontiers Music s.r.l. und ist das vierte Stück der im Jahre 2014 gegründeten Band.

Das Album beginnt direkt mit dem Kracher-Song “Dying To Live Again”. Ronnies legendäre Stimme gepaart mit Tony Hernandos unverwechselbaren Gitarrenspiel, Daniel Criados’ Expertise am Bass und den powervollen Drums von dem belgischen Neuankömmling Johan Nunez ergeben eine explosive Mischung und überzeugen auf ganzer Linie. Ein toller Intro Song, der die Lust auf den Rest der Platte steigen lässt – und diese enttäuscht die Fans keinesfalls! Mindestens genauso stark geht es nämlich auch mit den nächsten drei Liedern weiter – “Into The Black”, “Deliverance Lost” und “Sacrifice” bereiten die Zuhörer auf meinen ersten Favoriten “Brightest Star” vor. Durchgehend melodisch und modern, ohne dabei die Wurzeln des Metals zu verschmähen führt “Alchemy Of Souls” durch elf Songs und verführt dazu, die Mähnen beim Headbangen zu schütteln. Das gleichnamige Lied zum Album ist eine über zehn Minuten lange Reise, die sowohl die sanfte, als auch die knallharte Seite der Band perfekt aufzeigt und die Musiker individuell glänzen lässt.  Weitere Highlights sind “Shadows Kill Twice” und “You Came To Me (Piano Version)”. Romeros Stimme geht vor allem bei der Ballade, welche das Album abschließt, direkt ins Herz und lässt vom Feuerzeug- und Handy-Lichtermeer auf Live-Shows träumen. 

Mit “Alchemy Of Souls” haben Lords Of Black ihr bisher bestes Album veröffentlicht, welches definitiv alsbald als möglich auf die Live-Bühne gehört. Bleibt zu hoffen, dass wir nicht mehr allzu lang darauf warten müssen.

Eure Ornella
Long live Rock’n’Roll!

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